"KABCOMS auf Abwegen
oder die dunkle Seite der Nacht"


Mittwoch, 18. Mai 2006: das Stammensemble, ausgenommen Stephan, stellt sich der „Dunklen Bedrohung“ in Leipzig. Bereits im Foyer des Kinos wird klar, Gutscheine helfen den Preis zu senken... – Aber, zurück zur Bedrohung!. Mit Episode III bzw. „Die Rache der This“ (O-Ton der Tagesschau, ARD) soll es nun enden oder anfangen, wie auch immer...

Und wie gewohnt spielt auch dieser Teil im – na, na, richtig – im Weltraum. In den Hauptrollen: Obiwan „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ Kenobi, Anakin „Ich will aber ein Eis sonst werd ich böse“ Skywalker, Lord „Wo ist meine Gurkenmaske“ Sidious alias Kanzler Palpatine alias der Imperator und Padme „Ich mach aus allem ein Drama“ Amidala.

Sie alle erblassen jedoch mit Ihren laienhaften schauspielerischen Fähigkeiten neben dem in der Blüte seines Lebens nahezu göttlich aufspielenden Yoda. Yoda, der Inbegriff mimischer Fähigkeiten, der mit bedeutungsschweren Gestiken förmlich beiläufig um sich wirft. Einzig cineastische Ignoranzschnösel würden diesen „kleinen grünen Mann“ nicht für den Oscar nominieren.

Zur Handlung: Anfangs werden hunderte nervig ordinäre Droiden dank fortgeschrittener Laserschwerttechnik von Anakin und Obiwan in den Secundär-Rohstoff-Himmel geschickt. Als strahlender Held geht der junge Skywalker hervor, der jedoch als Jedi unterfordert wird und sich so mit lediglich zwei, zugegebener Maßen gut argumentierten, Abwerbungsversuchen von der dunklen Seite der Macht einnehmen lässt. Und warum? – Wieder einmal nur wegen einer hübschen Blondine. Letztlich hat sie (Padme) es dann wohl auch verdient, als einzige der Hauptfiguren zu sterben, obwohl sie sich im Gegensatz zu Episode II ganz auf’s Frau sein konzentriert hat und nicht mitkämpft. Der inzwischen zu Darth Vader umfirmierte Anakin Skywalker verliert nach seiner Mutter so auch noch seine Ehefrau und muss sich daher zurecht in Episode VI eingestehen: Scheiße gelaufen, an jeder Kreuzung falsch abgebogen.

FAZIT der KABCOMS: Der alles entscheidende und langersehnte Teil der Star Wars Reihe entpuppt sich als Potpourri typischer Hollywood-Facetten. Flappsige Dialoge zu Beginn, die wahrscheinlich erst mal auflockern sollen, jedoch im negativen Sinne lächerlich sind. Dazu gesellen sich pathetische Zwiegespräche, die im negativen Sinne herzzerreißend sind. Und schließlich noch der alte Kampf Gut gegen Böse mit, im negativen Sinne, plumper Anlehnung an die aktuelle Weltpolitik („Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“). Einzig und allein als erfrischend erweißt sich das Zusammenweben der Fäden zwischen Episode III und Episode IV – besonders als zum Ende die modernen Sternenzerstörer gegen Oldtimer eingetauscht werden, erlebt der Zuschauer einen, wie auch immer gearteten AHA-Effekt.

Wir empfehlen diesen Film dennoch als Kino-sehenswert, da die ständigen Werbeunterbrechungen im Fernsehen wohl das letzte bisschen Filmspaß auch noch zerstören würden.

Sebastian Kraußer, David Weiblein

Die KABCOMS

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