Das ist ja nun wirklich jedes Silvester dasselbe, oder? Es wechselt sich, das Jahr. Das ist nicht weiter dramatisch, solange man nicht irgendeiner obskuren Sekte angehört. Weitaus folgenreicher sind da doch die Vorsätze für das kommende. Vorsätze, soviel nur zur Erläuterung, sind egozentrische Verhaltensänderungswünsche, die man sich die ersten zehn Tage selber erfüllt, die nächsten zehn Wochen insgeheim bricht, und von denen man die restlichen knapp zehn Monate sagt, sie beim nächsten Jahreswechsel ganz bestimmt und bis ans Lebensende durchhalten zu wollen. Wissenschaftler sprechen hier vom "Falsche-Hoffnung-Syndrom". Stimmt!
Aber naja, probiert wird es trotzdem. Irgendwie sind ja die Chancen schon höher, als auf einen Millionengewinn im Lotto, zumal man ja, um bei diesem tollen Bild zu bleiben, selbst die Nummern aus der Trommel nehmen kann. Es geht also los, das Passivrauchen, Passivtrinken und Passivfremdgehen - solange der Vorrat reicht bzw. man feststellen muß, daß Askese nichts für Hedonisten ist.
Ach so, das Ganze wäre natürlich keine wirkliche Tradition, wenn nicht kommerzieller Nutzen daraus gezogen werden könnte - siehe Weihnachten. Diesmal freuen sich vor allem die Pharmazeuten und Fitnesstrainer, denn die Leute tummeln sich in den Apotheken, um die Restposten an Nikotinpflaster und/oder -kaugummis zu ergattern oder stehen an der Muckibude Schlange (ob das schon hilft?); ganz wie zu guten alten Zeiten, nur da hieß das eine noch "Bückware" und das andere "Heute Bananen".
Der SPIEGEL fand übrigens heraus, daß 90 Prozent Vorhaben zum Scheitern verurteilt sind. Vielleicht sollte man sich daher, so meine Empfehlung, für das nächste Jahr einfach vornehmen, rundweg gar nichts an seinem kümmerlichen Dasein zu ändern. Vielleicht klappt"s ja nicht.
Sebastian Kraußer
Die KABCOMS
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